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Montag, 17. Juni 2013
Sonntag, 2. Juni 2013
Das Leben im Complexo do Alemão - Profissão Repórter, TV Globo
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Montag, 13. Mai 2013
Rassismus in Curitiba
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Original: http://www.youtube.com/watch?v=hhxtSTlkIGU
Montag, 29. April 2013
Angola verbietet Tätigkeit brasilianischer evangelischer Kirchen
Die angolanische Regierung hat die
Mehrheit der brasilianischen evangelischen Kirchen aus dem Land
verbannt
Die Regierung spricht davon, dass sie
„irreführende Werbung“ praktizieren und „die Schwächen des
angolanischen Volkes ausnützen“, außerdem wurden sie nicht durch
den Staat anerkannt.
Maßnahme der Regierung sichert
„Monopol“ der Universal
„Was es hier in Angola mehr als genug
gibt, sind Kirchen brasilianischen Ursprungs, und das ist ein
Problem, sie spielen mit den Schwächen des angolanischen Volkes und
machen irreführende Werbung“, sagt Rui Falcão der Folha. Er ist
Sekretär des Politbüros der MPLA (Movimento Popular de Libertação
de Angola, Volksbewegung zur Befreiung Angolas, Anm.) und Sprecher
der Partei, die seit der Unabhängigkeit Angolas 1975 an der Macht
ist.
Circa 15 Prozent der angolanischen
Bevölkerung sind evangelisch, ein Anteil der nach Regierungsangaben
gewachsen ist.
Am 31. Dezember des vergangenen Jahres
sind 16 Personen während eines Kultes der Igreja Universal do Reino
de Deus in Luanda gestorben, weil sie erstickt sind und zerquetscht
wurden.
Wegen des Kultes haben sich 150000
Personen versammelt, viel mehr als im Stadion Cidadela erlaubt sind.
Das Motto des Kultes war „Der Tag des
Endes“ und die Kirche hat dazu ausgerufen „allen Problemen im
Leben der Gläubigen ein Ende zu setzten: Krankheit, Armut,
Arbeitslosigkeit, Zauberei, Neid, Familienprobleme, Trennung,
Schulden.“
Die Regierung hat eine Untersuchung
eingeleitet. Im Februar wurden die Universal und andere
brasilianische Kirchen im Land geschlossen: die Mundial do Poder de
Deus, Mundial Renovada und Igreja Evangélica Pentecostal Nova
Jerusalém.
Am 31. März dieses Jahres hat die
Regierung das Verbot der Universal, die einzige vom Staat anerkannte
Kirche, aufgehoben.
Aber die Kirche darf nur unter Aufsicht
des Innenministeriums, der Ministerien für Kultur und Menschenrechte
und der Generalstaatsanwaltschaft weitermachen. Die anderen
brasilianischen Kirchen bleiben weiterhin verboten, weil die
„offizielle Anerkennung des Staates Angola fehlt.“ Bevor sie
verboten wurden, hatten sie eine provisorische Erlaubnis.
Die Kirchen warten auf die Anerkennung,
damit sie den Betrieb wieder aufnehmen können, aber viele könnten
diese gar nicht mehr erhalten. „Diese Kirchen werden keine
Anerkennung vom Staat erhalten, hauptsächlich diejenigen, die
Abspaltungen von anderen Kirchen sind und sie werden auch weiterhin
im Lnad verboten bleiben“, sagt Falcão. „Sie sind einfach nur
ein Geschäft.“
Laut Falcão ist die Stärke der
brasilianischen evangelischen Kirchen in Angola besorgniserregend.
„Sie führen die Bevölkerung in die Irre, es ist ein Geschäft,
das ist mehr als offensichtlich, sie verkaufen Wunder.“
Bezogen auf die Universal liegt das
Hauptaugenmerk auf der Sicherheit, sagt Falcão.
von Patricia
Campos Mello
Sonntag, 21. April 2013
Export von brasilianischen Kunstwerken wächst seit 2007 um 403%
Im selben Zeitraum, ist der Import um
153% gestiegen, dadurch ist die Handelsbilanz für Brasilien positiv
geworden
Trotz des Höchststandes, gibt es noch
immer Barrieren für den Sektor, die Regierung soll aber unter Druck
gesetzt werden, um die Barrieren zu überwinden
Die Zahlen sind atemberaubend (und
machen andere Wirtschaftsbereiche neidisch). Zwischen 2007 und 2012,
ist der Export von Kunstwerken und Antiquitäten in Brasilien um 403%
gewachsen. Der Markt ist in einer aufsteigenden Kurve, von 9,2
Millionen US$ auf 46,3 Millionen gewachsen. Das bedeutet, dass die
Werte von zum Beispiel Erdöl, Erz und Fleisch verhältnismäßig
übertroffen wurden.
Auch bei den Importen war der Boom
nachdrücklich. 2007 hat Brasilien 15,2 Millionen US$ an Kunstwerken
und Antiquitäten importiert. Im letzten Jahr hat sich die Zahl mit
38,5 Millionen mehr als verdoppelt. Das Wachstum auf beiden Seiten
der Handelsbilanz – die sich in diesem Zeitraum als positiv für
das Land erwiesen hat - hat den Sektor aufgewiegelt und ihm noch mehr
Selbstvertrauen gegeben, um die Regierung unter Druck zu setzen,
vorteilhafte öffentlichkeitspolitische Maßnahmen umzusetzen.
Die Zahlen sind Teil einer Erhebung,
die Anfang des Jahres vom Ministerium für Entwicklung, Industrie und
Außenhandel gemacht wurde. Das Dokument, zu dem OGLOBO Zugang
hatte, wird zu einer Debatte über Steuererleichterungen für den
Kunsthandel führen. Durch die Zahlen wird nicht nur eine aktuelles
Bild gezeichnet, sonder auch jeglicher Zweifel, über den guten
Zeitpunkt für Kunst im Land, beseitigt.
Aber diejenigen, die in dem Bereich
arbeiten, versichern, dass das Wachstum noch größer sein könnte,
sofern zumindest drei Barrieren überwunden werden, nämlich die hohe
Besteuerung, die Zollbürokratie und die fehlende
Professionalisierung von Galerien und Künstlern.
Von den 46,3 Millionen US$ die von
Brasilien 2012 in Kunst exportiert wurden, fallen 25,7 Millionen
(59,4%) auf Bilder, Gemälde und Handzeichnungen. Auf dem zweiten
Platz sind Skulpturen und Statuen mit 17,6 Millionen, oder 38%. Seit
mindestens zwei Jahren sind die Vereinigten Staaten das wichtigste
Ziel der Exporte. 2010 haben sie zehn Millionen US Dollar erhalten.
Im letzten Jahr 23,6 Millionen. Der zweite Platz im Ranking geht an
die Schweiz. In den letzten zwei Jahren hat das Land, in dem die Art
Basel, die weltweit wichtigste Kunstmesse, stattfindet,
Großbritannien überholt. 2010 wurden zwei Millionen Dollar an Kunst
und Antiquitäten in die Schweiz verkauft. 2012 waren es 9,6
Millionen.
Auf Seiten des Importes, fällt der
Großteil auf Skulpturen und Statuen. Sie repräsentieren 66,9% von
den insgesamt 38,5 Millionen US$ an Importen, das entspricht 25,7
Millionen. Dieser Wert ist drei Mal größer als derjenige vom Import
von Bildern, Gemälden und Handzeichnungen, die mit 8,1 Millionen US$
auf dem zweiten Platz liegen,
Stärkung der Galerien
Die USA, Großbritannien und die
Schweiz sind auf den drei ersten Plätzen des Rankings der Importe.
Wieder erregt das Wachstum der Schweiz Aufsehen. 2010 war sie noch
auf dem 12. Platz und jetzt auf dem zweiten. Spezialisten führen das
auf die Stärkung der brasilianischen Galerien in Basel zurück. Das
Volumen der gehandelten Kunstwerke und der für sie bezahlte Wert
sind gestiegen, genauso wie die Präsenz von Sammlern, die auf der
Kunstmesse wirklich kaufen.
„Es ist interessant die Ergebnisse
der Studie zu beobachten, weil sie damit übereinstimmen was wir hier
sehen“, so Christiano Braga, Leiter der Agência Brasileira de
Promoção de Exportações e Investimentos (Apex, Brasilianische
Agentur zur Förderung von Exporten und Investitionen, Anm.), die
seit 2007 ein Programm zur Förderung des Primärmarktes für Kunst
betreibt. „Vor sechs Jahren, als wir Latitude gegründet haben,
haben wir mit sechs Galerien zusammengearbeitet, die sporadisch
exportiert haben. Gemeinsam hatten sie ein Geschäftsvolumen von 6
Millionen US$. 2012 ist die Gesamtzahl der Galerien auf 54
angewachsen, wobei 19 von ihnen sehr regelmäßig exportieren. Und
das gehandelte Volumen ist auf 27 Millionen angewachsen, mit einem
Höchstwert von 350%.
Ana Letícia Fialho, Beraterin und
Forscherin des Projekts Latitude, nimmt die Erhebung auch sehr
positiv auf.
„Die Sichtbarkeit der brasilianischen
Kunst ist in den letzten fünf Jahren sehr beschleunigt worden, dank
des Interesses von Institutionen, wie dem MoMA, der Tate und der
Reina Sofia, die Ausstellungen gemacht haben und Werke von unseren
Künstlern gekauft haben. Diese Positionierung hat sich
offensichtlich unter den internationalen Sammlern herumgesprochen und
das sieht man jetzt an diesen Daten.“
Brenda Valansi, die Veranstalterin der
ArtRio, ist darüber erfreut, dass die Regierung ein Dokument zur
Verfügung hat, das die Macht des Kunsthandels aufzeigt. Sie sagt,
dass diese Zahlen dazu verwendet werden, noch mehr Druck aufzubauen,
um öffentlichkeitspolitische Maßnahmen durchzusetzen, die das
Wachstum des Kunstsektors unterstützen.
„Am 8. habe ich die Kulturministerin
Marta Suplicy getroffen und wir haben uns über die Nachteile der
aktuellen Steuerbelastung unterhalten. Ich habe nachdrücklich darauf
hingewiesen, dass unsere Steuern für niemanden Vorteile mit sich
bringen und sie hat versprochen die Frage zu überprüfen. Die Zahlen
steigen an, aber Brasilien kommt nicht einmal nahe an das, was die
anderen Schwellenländer machen.“
Fernanda Feitosa, die Direktorin der
SP-Arte, stimmt überein:
„Brasilien sollte die Steuern
überdenken. Im Fall der Fotografie liegt der Steuersatz bei 58%. In
der Videokunst bei 80%“, beschwert sie sich. „Es gibt vier
verschiedene Steuern. Drei föderale (IR, PIS, und Confins) und eine
staatliche (ICMS). Abgaben auf diesem Niveau sind Zollbarrieren. Wir
müssen Kunstwerke als wertvolles Kulturgut verstehen, deren
Zirkulation stimuliert werden sollte, nicht vermindert.
Abgesehen von der Steuererleichterung,
sehen diejenigen, die mit dem internationalen Handel von
brasilianischer Kunst arbeiten, noch zwei andere Hindernisse für die
Expansion: die Zollbürokratie und eine gewisses Fehlen an
Vorbereitung der Galerien und Künstler, um mit der internationalen
Konkurrenz umzugehen.
„Im brasilianischen Zoll sind
spezielle Vorgehensweisen im Bezug auf die Handhabung der Kunstwerke
nicht vorhanden“, bedauert Fernanda Feitosa, von der SP-Arte.
„Außerdem gibt es keine Verfahren zur Beschleunigung der Freigabe
von Kunstwerken, die bei Ausstellungen gezeigt werden.“
„Ein dritter Kritikpunkt ist, dass es
in den Galerien noch immer an Know-How fehlt, wie man mit der
internationalen Konkurrenz umgehen soll“, sagt Christiano Bragas,
von der Apex. „Mit Latitude unterstützen wir nicht nur den Aufbau
von Ständen auf Messen, sondern wir helfen auch mit den
Vorbereitungen für die Anmeldung. Viele Galerien wissen nicht, wie
man das macht. Deshalb ist eine Professionalisierung des Sektors
notwendig.
Der Ex-Präsident des Instituto
Brasileiro de Museus (Ibram, brasilianisches Institut für Museen,
Anm.), der seit einem Jahr für die Steuererleichterung kämpft,
erkennt in den Daten des Ministeriums die „Universalisierung“ der
brasilianischen Kunst.Er ist aber der Meinung, dass die Regierung auf
etwas anderes Achten muss, wenn sie beschließt auf den Kunstbereich
einzuwirken.
„Es ist notwendig, den
brasilianischen Institutionen Mittel zur Verfügung zu stellen, um
öffentliche Sammlungen zusammenzustellen. Wir müssen jetzt damit
beginnen zu kaufen, oder damit aufhören so viele Hindernisse für
Spenden in den Weg zu legen.
Bevor er vor zwei Monaten aus der Ibram
ausgetreten ist, hat Nascimento noch ein Projekt im Amt begonnen:
Ein Prozent des Wertes von importierten
Kunstwerken soll für einen Beschaffungsfond für öffentliche
Sammlungen zur Verfügung gestellt werden. Die Regierung diskutiert
diesen Vorschlag.
http://oglobo.globo.com/cultura/exportacao-de-obras-de-arte-brasileira-cresce-403-desde-2007-8153811
(20.4.)
von Christina Tardáguila
Donnerstag, 18. April 2013
Drogen und soziale Panik
Die Studie des Centro Brasileiro de
Informações Sobre Drogas Psicotrópicas (Cebrid, Brasilianisches Zentrum
für Informationen zu psychotropen Substanzen, Anm.) von der
Universidade Federal de São Paulo (Unifesp, Universität São Paulo, Anm.), liefert einige
Anhaltspunkte, welche Auswirkungen das wachsende Crack Problem auf die Bevölkerung hat. In einer Erhebung haben
77,1 Prozent der Befragten, die ein- oder zweimalige Verwendung im
Leben von Kokain oder Crack, als gravierendes Risiko eingeschätzt,
während der Wert für Marihuana, bei 48,1 % lag. Die ein- bis
zweimalige Einnahme pro Woche von Alkohol stellte für 20,8 % der
Befragten ein großes Risiko dar. Die Daten betreffend Crack
bestätigen das, was unter Brasilianern als common sense gilt: dass
die Droge „beim ersten Zug“ süchtig macht, dass sie schnellen
körperlichen und moralischen Abbau verursacht, dass sie familiäre
Destrukturierung verursacht und sehr schnell tötet, etc.
Sergio Alarcon bestätigt, dass Ursache
und Wirkung sehr oft verwechselt werden, wenn es um Crack geht.
„Crack ist keine andere Droge als Kokain: Es ist das Kokain selbst,
das zu einer rauchbaren Mischung verarbeitet wird. Der Erfolg der
Droge hat mit den niedrigen Kosten ihrer Produktion und der
Beschaffung zu tun. Crack ist zum Kokain der ärmeren
Bevölkerungsschichten geworden. Es hat nur die anderen Drogen
ersetzt, die schon immer gegen den physischen und moralischen Schmerz
verwendet wurden, der durch die Armut erzeugt wird. Crack entblößt
die menschliche Not vor denjenigen, die sie sicherlich in der
Unsichtbarkeit bevorzugen“, führt er aus. Tarcidio Andrade fügt
hinzu, dass die Droge wie gemacht ist, für einen von der Armut
gekennzeichneten sozialen Kontext. „Wenn man sagt, dass jemand, der
Crack verwendet, auf der Straße, ja in der Gosse enden wird,
vergisst man, dass die Straße und die Gosse schon vor dem Crack
existiert haben. Und wahrscheinlich stellt das Crack für die Leute,
die auf den Straßen unter extrem benachteiligten Bedingungen leben,
eine Unterstützung dar, um ihren Gemütszustand, angesichts einer
schrecklichen Realität, zu verbessern. Crack ist ein Stimulans, ein
Antidepressivum, es lindert den Hunger von schlecht Ernährten. Auch
wenn es einen Suchtkreislauf gibt, hat dieser nicht mit der Droge
begonnen, sie tritt erst in einem sekundären Moment ein“, schließt
er.
Die größte
Schwierigkeit, die das Crack mit sich bringt, so Alarcon, ist es
nicht, die gewalttätigen Süchtigen zu behandeln, sondern es zu
schaffen, die Armut, die viele Menschen erst zur Droge bringt, zu
beenden. „ Alle, die auch nur die geringste Ahnung von psychischer
und öffentlicher Gesundheit haben, wissen was man machen kann und
wie man es machen kann, und deshalb wollen wir die Implementierung
von öffentlichen Einrichtungen, die von der SUS (Sistema
Único de Saúde, öffentliches Gesundheitssystem, Anm.)
empfohlen werden. Das Schwierigkeit liegt darin, wie man es schaffen
kann diese Leute aus der extremen Armut zu retten und wie man es
vermeiden kann, dass weiterhin extrem arme Menschen fabriziert
werden, verlassene Kinder und Jugendliche, die einmal auf den
Straßen, auf andere Drogen treffen werden, die viel zerstörerischer
sind als Crack, wie die sexuelle Ausbeutung, ansteckende Krankheiten
und extreme Gewalt, die Gewalt des Staates mit eingeschlossen“,
sagt er.
Im Artikel Causa mortis em usuários de
crack (Todesursachen von Crack-Rauchern, Anm.), der 2006
veröffentlicht wurde, haben Forscher des Fachbereichs Psychiatrie
der Universität São Paulo dargelegt, dass die Sterblichkeit dieser
Menschen viel mehr mit Gewalt und Anfälligkeit für ansteckende
Krankheiten in Verbindung steht, als mit dem eigentlichen
Substanzkonsum. Die Studie hat 131 Cracksüchtige in São Paulo, die
sich selbst in eine Entzugsstation eingeliefert hatten, fünf Jahre
lang begleitet. Nach Ablauf der fünf Jahre sind von den 124
Patienten, die ausfindig gemacht wurden, 23 gestorben, wobei 13
ermordet wurden.
Weitere sechs Patienten sind an Folgen
von AIDS gestorben und einer an Hepatitis B. Weitere zwei Patienten
sind an einer Überdosis gestorben und einer ist ertrunken.
Die Hälfte der verstorbenen Patienten
war jünger als 25. Die Studie hat gezeigt, dass es für einen
Cracksüchtigen, während des Studienzeitraums in São Paulo, sieben
Mal wahrscheinlicher war zu sterben, als für die allgemeine
Bevölkerung.
„Viele Crack-Raucher verwenden die
Droge, weil sie dadurch mehr Energie haben und sie müssen ja längere
Zeit wach sein, weil sie in sehr lebensbedrohlichen Situationen
leben. Es ist eine Illusion, was in Bezug auf das Crack in Umlauf
gebracht wird, nämlich dass es übermächtig ist und schnell tötet.
In Wirklichkeit haben diese Menschen ein sehr fragiles Leben, aber
nicht notwendigerweise nur wegen dem Crack“, legt Marco Aurélio
dar.
Die Forscher der Universität São
Paulo, Ligia Bonacim Duailibi, Marcelo Ribeiro und Ronaldo Laranjeira
überprüfen im Artikel „Perfil dos usuários de cocaína e crack
no Brasil“ (Profil von Crack- und Kokainkonsumenten in Brasilien,
Anm.) andere akademische Artikel, die über das Thema in Datenbanken
und in der Dissertationsdatenbank der Coordenação de
Aperfeiçoamento de Pessoal de Nível Superior (Capes) verfügbar
waren. Laut dieser Erhebung ist ein typischer Cracksüchtiger jung,
arbeitslos, hat geringe Schulbildung, hat wenig Geldmittel, kommt aus
einer destrukturierten Familie, hat eine Vorgeschichte mit
injizierbaren Drogen und risikoreiches Sexualverhalten. Diese
Faktoren, so der Artikel, machen den Crackkonsumenten zu jemanden,
der schwer von einer Behandlung zu überzeugen ist, deshalb besteht
die Notwendigkeit, intensivere und geeignetere Ansätzen in jeder
Phase der Behandlung einzusetzen.“
Außerdem werden im Artikel andere
Schwierigkeiten zur Beibehaltung der Behandlung dargelegt: „Der
Konsum wird nicht als Problem anerkannt, abgesehen davon ist der
illegalen Status und die Kriminalität, die mit der Droge in
Verbindung steht, ein Problem, außerdem kommt es zu Stigmatisierung
und es gibt Vorurteile, und schließlich fehlen Zugangsmöglichkeiten
zu existierenden Einrichtungen oder die Akzeptanz dieser
Einrichtungen.“ Unter den Hilfestellungen, die größere Zustimmung
finden, sind die Drogenersatztherapie, Selbsthilfegruppen, Behandlung
von Müttern und der Familie und allgemeinmedizinische Behandlungen.
Die Forscher schließen mit der Behauptung, dass die Informationen
bezüglich des Crack- und Kokainkonsums in Brasilien „noch jenseits
des Wünschenswerten sind, im
Speziellen, wenn öffentlichkeitspolitische Aktionen nur zu erahnen
sind, die wissenschaftliche Beweise berücksichtigen und die
Fähigkeit haben, auf alle Besonderheiten einzugehen, die mir der
Vorbeugung und der Behandlung dieser Substanzen zu tun haben.
Andererseits, wurden in den letzten 20
Jahren ein wachsendes Bewusstsein für das Thema festgestellt […]
Neue epidemiologische Studien und Erhebungen sind in allen
untersuchten Bereichen notwendig.“
Die Reportage der Poli hat die
Pressestelle des Gesundheitsministeriums kontaktiert, um einen
Interviewtermin festzulegen, wurde aber darüber informiert, dass das
Amt nicht über das Thema spreche.
von
André
Antunes
Donnerstag, 11. April 2013
In Brasileia (Acre) campieren 1300 illegale Ausländer in einem Club der Stadt
Die Stadt an der Grenze von Acre ist
zur Eintrittsroute von Immigranten geworden
Senator der PT verlangt von der
Bundesregierung die Entsendung einer Task-Force
Die Stadt Brasileia (Bundesstaat Acre),
die an der Grenze Brasiliens zu Bolivien und Peru liegt, ist zur
Eintrittsroute von illegalen Immigranten geworden. Die Mehrheit kommt
aus Haiti – wie eine Serie von Reportagen der GLOBO zeigte - aber
es gibt auch Einwanderer aus Senegal, Nigeria, der Dominikanische
Republik und Bangladesch. Derzeit, so der Senator Jorge Viana (PT
Acre), gibt es 1300 illegale Einwanderer, die in einem Club der Stadt
campieren. Diese Anzahl entspricht zehn Prozent der Bevölkerung der
Gemeinde. Die Regierung des Bundesstaates und Parlamentarier aus Acre
verlangen Maßnahmen von der Bundesregierung.
Der Migrationsstrom aus Haiti begann im
Dezember 2010, nachdem ein Erdbeben das Land verwüstet hat.
Beunruhigt durch diese Situation, hat die brasilianische Regierung im
Jänner 2012 eine Quote von 1200 Haitianer, die pro Jahr einreisen
dürfen, festgelegt - 100 pro Monat. In den ersten drei Monaten des
Jahres 2013 sind aber schon 1700 Haitianer illegal via Brasileia
eingereist, so Jorge Viana. Es
gibt, so der Senator, vier verschiedene mafiöse
Organisationen, die 3000 bis 4000 Dollar verlangen, um die Menschen
nach Brasilien zu schleppen.
„Heute sind zehn Prozent der
Bevölkerung Brasileias illegale Einwanderer. Und wenn ein Verbrechen
passiert? Es wird dort viel getrunken“, so Jorge Viana.
Er verlangte vom Justizministerium und
von Außenministerium, dass eine Task-Force entsandt
wird. Außerdem bekräftigte der Politiker der PT, dass sich
seiner Meinung nach die UNO um die Situation kümmern müsste.
„Die Regierung in Acre hat nicht die
Möglichkeiten, mit dieser Situation umzugehen. Das Conare (Comitê
Nacional para os Refugiados, Nationales Komitee für Flüchtlinge,
Anm.) des Justizministeriums erkennt sie nicht als Flüchtlinge an.
Möglicherweise sind es keine Flüchtlinge im herkömmlichen Sinn,
aber es sind Menschen, die wegen eines natürlichen Desasters und der
Armut geflohen sind, bekräftigte Jorge Viana. Derzeit versorgt die
Regierung in Acre die Fremden mit ca. 4000 Mahlzeiten pro Tag.
Das Justizministerium hat über seine
Pressestelle bestätigt, dass das keine isolierte Position des
Bezirkes sein sollte, sondern Angelegenheit der Regierung. Außerdem
hätte sich das Justizministerium um eine Lösung des Problems
bemüht, aber es gibt noch keinen neuen Beschluss zu dem Thema.
von Fernanda Krakovics
Montag, 8. April 2013
Süden wird durch Ausbreitung neonazistischer Gruppen terrorisiert
Die Polizei hat bereits 500 Mitglieder
von Zellen, die in Rio Grande do Sul agieren, registriert
Sie sind normalerweise jung und zwischen
17 und 30 Jahren. Die Mehrheit ist männlich, aber es gibt auch
Frauen - die „chelseas“- die an den Frontlinien der Bewegung
wirken. Sie kommen nicht aus reichen Familien, aber sie sind weit
davon weg, arm oder aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein.
Manche arbeiten, andere sind nur Schüler oder nicht einmal das. Ein
kleiner Teil, der die Doktrin verbreitet, hat höhere Bildung und
gute Anstellungen. Sie bedecken ihre Körper mit Tätowierungen, die
ihre Gesinnung zeigen und sie sind gewalttätig, sehr gewalttätig,
wenn sie in der Gruppe auftreten.
„In Wahrheit sind sie Feiglinge, weil
sie nur in großer Überlegenheit angreifen, normalerweise fünf oder
sechs gegen ein einzelnes Opfer. Es sind normale Leute, ganz
gewöhnliche sogar. Aber nur so lange, bis sie jemanden angreifen.
Dann zeigt sich, dass sie ideologisch komplex, diszipliniert und
fanatisch sind“, beschreibt sie der Polizeikommissar Paulo César
Jardim, der seit zehn Jahren die Arbeitsgruppe der Polícia Civil in
Rio Grande do Sul leitet, die die Ausbreitung von neonazistischen
Gruppen im Süden untersucht.
Sie sind weit weg davon, eine Gruppe
von folkloristischen und lächerlichen Rowdys zu bilden. Im
Gegenteil, die Neonazis beunruhigen die Polizei und zeigen eine
straffe Organisation in der Planung und der Ausführung von
gewalttätigen Aktionen. Der Verband in Rio Grande do Sul hat bereits
500 Mitglieder einer Gruppe, die im Bundesstaat in einer unbestimmten
Anzahl von Zellen aktiv ist, registriert und identifiziert. Der
letzte Angriff hat sich in Porto Alegre am 9. März im Zentrum der
Stadt ereignet. Ein Mann wurde durch Messerstiche von einer noch
unbekannten Gruppe angegriffen.
Die interne Unterteilung der Neonazis
folgt einer politischen Logik und beinhaltet paramilitärische und
institutionelle Aktivitäten und Propaganda. Die Tätigkeiten der
Gruppe sind gewagt: eine der Zellen hat 2009 eine Attacke auf eine
Synagoge in Porto Alegre geplant, mit Bomben von hoher
Zerstörungskraft, weil sie durch das Vorgehen der Polizei frustriert
war. 2005 hat eine Gruppe von 14 Personen drei Besucher einer Bar
in Porto Alegre angegriffen und zwei von ihnen schwer verletzt. Die
Opfer waren Juden.
Vier der 14 Angeklagten werden den
Geschworenen am 11.Juli vorgeführt, sie werden beschuldigt drei
versuchte Totschläge verübt zu haben. Außerdem wird ihnen die Bildung einer
kriminellen Organisation, Verführung von Minderjährigen
und Verherrlichung von nationalsozialistischem Gedankengut angelastet. Es ist,
so die Polizei, das erste Gerichtsverfahren dieser Art in Brasilien.
Die Angeklagten sind Luzia S. P., Fábio Roberto S., Laureano V. T.
und Thiago A. d. S.
„Die Mitglieder der neonazistischen
Gruppe sind sehr aktiv, obwohl die Polizei auf verschiedenen Ebenen
gegen die Bewegung vorgeht. An Schlüsselplätzen wie Universitäten
und Schulen werden Leute rekrutiert. Es ist sehr schwer, die Anwerber
zu identifizieren, weil sie sehr mobil sind“, fasst der Präsident
des „Movimento de Justiça e Direitos Humanos do Rio Grande do
Sul“, Jair Krischke zusammen.
Er geht davon aus, dass die Gruppen,
die im Süden Brasiliens aktiv sind, verschiedene internationale
Verbindungen haben und im Grunde von europäischen Organisationen
finanziert werden. An Geld fehlt es nicht, so Krischke. Unter anderem
werden kleine Konzerte von internationalen Bands veranstaltet, nur um
neue Anhänger anzuwerben. Zur Zeit wird auch versucht,
Sympathisanten zu rekrutieren, um die Quotenpolitik der öffentlichen
Universitäten zu attackieren. Einer der Hauptausgangspunkte dieser
Strategie wurde in der Universidade Federal do Rio Grande do Sul
(UFRGS) ausfindig gemacht.
http://oglobo.globo.com/pais/proliferacao-de-grupos-neonazistas-aterroriza-sul-8047406 (8.4.) von Flávio Ilha
Donnerstag, 4. April 2013
Smartphones werden ab Ende des Monats billiger werden, sagt Minister
Paulo Bernardo bestätigte, dass die
Steuerentlastung von Präsidentin Dilma Rousseff unterschrieben wird
Der Minister für Kommunikation, Paulo
Bernardo, hat diesen Dienstag auf einem Event zur Einweihung des neuen
Sitzes der Telefônica/Vivo in São Paulo versichert, dass
Präsidentin Dilma Rousseff in den nächsten Tagen die
Steuererleichterung für Smartphones unterschreiben wird. Die neuen
Steuerwerte werden ab Ende des Monats in Kraft treten.
„Wir sind sehr zufrieden. Wir haben
die Steuerbefreiung für die Konstruktion von
Telekommunikationsnetzen gemacht und in den nächsten Tagen wird die
Erleichterung für Smartphones in Kraft treten“, bestätigte er und
erklärte dass es Idee ist, eine Obergrenze „von höchstens 1500
Reais“ für die Apparate festzulegen.
„Am letzten Donnerstag haben wir ein
Abkommen mit dem Finanzministerium über den Inhalt der Entlastung
erreicht. Wir gehen jetzt der Frage nach, ob es ein Preislimit für
4G geben wird“ erklärte er.
Paulo Bernardo sagte außerdem, dass die
brasilianische Regierung großes Interesse daran hat, was im
Telekommunikationssektor in Brasilien geschieht. „Dieser Sektor ist
zu schnell gewachsen und wir haben Probleme mit der Infrastruktur. 3G
ist 2011 um 100 % gewachsen und nocheinmal um 80% im letzten Jahr“,
bekräftigte er.
„Wir wollen einen Plan zur
Verbreitung des Internets, mit der Qualität, die von der Bevölkerung
verlangt wird. Ich habe den Gouverneur von São Paulo (Fernando
Haddad) bereits gebeten, dass er die Gesetzgebung, betreffen der
Antennen in der Stadt, überprüft. Wir werden noch mehr für 4G
brauchen“,sagte er abschließend.
Mittwoch, 3. April 2013
Regierung wird drei Milliarden Reais in die Finanzierung von Energiestudie investieren
Prioritäten werden auf effizientere
Übertragung und größere Anzahl von Elektrizitätsquellen gesetzt
Der Präsident der „Banco Nacional de
Desenvolvimento Econômico e Social“ (BNDES), Luciano Coutinho hat
heute (1.) ein Kooperationsabkommen des Planes „Inova Energia“
unterzeichnet, durch das drei Milliarden Reais in die Entwicklung des
Energiesektors im Land investiert werden.
Die BNDES wird für das Projekt ein
Etat von 1,2 Milliarden zur Verfügung stellen, das die Grundlage der
Finanzierung bildet. Es werden zusätzlich 1,2 Milliarden Reais von
der „Financiadora de Estudos e Projetos“ (Finep) und 600
Millionen der „Agência Nacional de Energia Elétrica“ (Aneel)
zur Verfügung gestellt. Mit diesem Budget können Unternehmen, mit
Sitz in Brasilien, Kredite mit reduzierten Zinsen, Subventionen und
Geld, das nicht für die
Entwicklung von Studien rückerstattet wird, erhalten.
Der Schwerpunkt des Planes liegt auf
privaten Unternehmen, so Coutinho: „Diese Ressourcen werden
angeboten, damit der private Sektor die Führung übernimmt. Generell
sind in Brasilien die Ausgaben für Wissenschaft, Technologie und
Innovationen sehr auf die Universitäten und auf den öffentlichen
Sektor konzentriert. Brasilien braucht jetzt die Führung der
Firmen.“
Der Plan umfasst vier
Innovationslinien: intelligente Netze, die die Energie effizienter
verteilen; Verbesserung der Langstreckenübertragung mittels
Hochspannung; alternative Energien, wie die Solar- und
Thermosolarenergie; und die Entwicklung von effizienten Vorrichtungen
für Elektrofahrzeuge, die zur Verminderung der Schadstoffemissionen in den Städten beitragen können.
Der Start des Planes erfolgte morgens,
während eines Forums, veranstaltet von der Associação Brasileira
da Indústria Elétrica e Eletrônica (Abinee), und wird den
Unternehmern bald detailliert präsentiert werden. „Wir hoffen,
dass wir heute in einer Versammlung mit der BNDES die hier im Forum
anwesenden Firmen mobilisieren können“, sagte Coutinho.
Der Minister für Wissenschaft,
Technologie und Innovation, Marco Antonio Raupp, erklärte, dass der
Energieplan Teil des Programms „Inova Empresa“ ist, dessen
Investments in der Höhe von 32,5 Milliarden Reais sich auf
strategische Bereiche konzentrieren. „Die Regierung lenkt dieses
Programm mit 11 anderen Ministerien. Es sind substantielle
Ressourcen, die zur Verfügung gestellt werden“, sagte er.
Der Präsident der BNDES erwartet, dass
die Investitionen des Planes „Inova Energia“ innerhalb von zwei
Jahren beginnen werden, Resultate zu zeigen. Er glaubt, dass es 2013 ein
Wachstum der Investitionen in ähnliche Projekte geben wird. „Im
vergangenen Jahr wurden 2,6 Milliarden für Innovationsprojekte
ausgegeben. In diesem Jahr hoffen wir, dass wir auf mindestens 3,5
Milliarden Reais in verschiedenen Bereichen kommen“, schätzte er.
Außerdem sagte Coutinho, dass anderen
Pläne zur Anregung von Innovationen vorgesehen sind, und zwar in den
Bereichen der Gesundheit (Impfstoffe und Medikamente); der Luftfahrt
und Verteidigung; der Informations- und Kommunikationstechnologie;
und der Landwirtschaft.
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